Steigendes Grundwasser und Abwasser – so kann es Ihr Zuhause beeinflussen

Steigendes Grundwasser und Abwasser – so kann es Ihr Zuhause beeinflussen

Klimawandel und häufigere Extremwetterereignisse führen dazu, dass der Grundwasserspiegel in vielen Regionen Deutschlands steigt. Gleichzeitig geraten die Abwassersysteme bei Starkregen zunehmend an ihre Grenzen. Für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer kann das erhebliche Folgen haben – für Keller, Abwasseranschlüsse und die Bausubstanz. Hier erfahren Sie, wie steigendes Grundwasser und überlastete Abwassersysteme Ihr Zuhause beeinflussen können und was Sie tun können, um Schäden vorzubeugen.
Wenn das Grundwasser steigt – was passiert dann?
Grundwasser ist das Wasser, das sich im Boden unter unseren Füßen befindet. Es schwankt je nach Jahreszeit, doch in vielen Gebieten liegt der Spiegel inzwischen dauerhaft höher als früher. Ursachen sind unter anderem mehr Niederschläge, versiegelte Flächen und veränderte Entwässerungsstrukturen.
Steht das Grundwasser zu hoch, kann es in Keller, Kriechkeller oder Fundamente eindringen. Die Folgen sind Feuchtigkeit, Schimmelbildung und im schlimmsten Fall strukturelle Schäden am Gebäude. Selbst kleine Risse im Mauerwerk oder in der Bodenplatte können ausreichen, damit Wasser eindringt und sich in Wänden und Böden ausbreitet.
Typische Anzeichen für Probleme sind:
- Feuchte Kellerwände oder dunkle Flecken.
- Muffiger Geruch im Untergeschoss.
- Wasser, das nach Regen durch den Boden drückt.
- Risse im Putz oder abblätternde Farbe.
Abwasser unter Druck
Bei Starkregen kann das öffentliche Kanalnetz überlastet sein. Wenn das Wasser nicht schnell genug abfließt, droht Rückstau – Abwasser wird durch die Leitungen zurückgedrückt und kann über Bodenabläufe, Duschen oder Toiletten in den Keller gelangen.
Rückstau ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsschädlich. Abwasser enthält Keime und Schadstoffe, die Inventar zerstören und eine aufwendige Reinigung und Desinfektion erforderlich machen.
Besonders gefährdet sind Häuser in tiefer gelegenen Gebieten oder mit Kellerräumen unterhalb der Rückstauebene. Viele Kommunen empfehlen daher, Rückstauverschlüsse oder Hebeanlagen einzubauen, um das Eindringen von Abwasser zu verhindern.
So können Sie Ihr Haus schützen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schäden durch steigendes Grundwasser und überlastete Kanalisation zu vermeiden. Einige Maßnahmen erfordern Fachwissen, andere lassen sich im Rahmen der regelmäßigen Hauspflege umsetzen.
- Drainage überprüfen – Ältere Drainagesysteme können verstopft oder beschädigt sein. Eine funktionierende Drainage leitet Wasser vom Fundament weg.
- Dichtheit der Abwasserleitungen prüfen – Undichte Rohre können Wasser eindringen lassen oder Gerüche verursachen. Eine TV-Inspektion schafft Klarheit.
- Rückstauverschluss installieren – Eine mechanische oder automatische Klappe verhindert, dass Abwasser bei Überlastung zurückfließt.
- Hebeanlage einbauen – Besonders sinnvoll, wenn der Keller unterhalb der Kanalsohle liegt. Die Pumpe befördert Abwasser sicher in die Kanalisation.
- Oberflächenwasser ableiten – Achten Sie darauf, dass das Gelände vom Haus weg geneigt ist und Dachrinnen sowie Fallrohre frei sind.
Versicherung und Zuständigkeiten
Schäden durch steigendes Grundwasser sind nicht immer durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Viele Versicherer betrachten sie als allmähliche Veränderung und nicht als plötzliches Ereignis. Anders ist es bei Überschwemmungen infolge von Starkregen oder Rückstau – hier greift häufig eine Elementarschadenversicherung, sofern sie abgeschlossen wurde.
Es lohnt sich, die eigene Police zu prüfen und mit der Versicherung zu klären, welche Risiken abgedeckt sind. Manche Anbieter bieten Zusatzbausteine für Überschwemmung und Rückstau an.
Die Kommune ist in der Regel für das öffentliche Kanalnetz verantwortlich, während Grundstückseigentümer für die privaten Leitungen auf ihrem Grundstück haften. Wartung und Sicherung der Hausanschlüsse liegen also in Ihrer Verantwortung.
Wenn der Schaden bereits eingetreten ist
Sollte Wasser in den Keller eindringen, ist schnelles Handeln gefragt. Entfernen Sie das Wasser, sorgen Sie für Belüftung und setzen Sie gegebenenfalls Trocknungsgeräte ein. Elektrische Geräte dürfen in feuchten Bereichen nicht benutzt werden. Ziehen Sie bei Bedarf eine Fachfirma oder einen zertifizierten Abwassermeister hinzu, um die Ursache zu ermitteln.
Bei Rückstau mit Abwasser muss gründlich desinfiziert werden. Poröse Materialien wie Teppiche oder Gipskarton sollten meist entsorgt werden. Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und informieren Sie umgehend Ihre Versicherung.
Eine Herausforderung mit Zukunft
Steigendes Grundwasser und überlastete Abwassersysteme sind Probleme, die in den kommenden Jahren zunehmen werden. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Situation durch den Klimawandel weiter verschärft. Deshalb ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen schon bei der Planung von Neubauten oder Sanierungen zu berücksichtigen.
Mit einer Kombination aus technischer Vorsorge und regelmäßiger Wartung können Sie Ihr Zuhause schützen – und teure sowie aufwendige Schäden in Zukunft vermeiden.










