Schritt für Schritt: So legen Sie eine Drainage rund ums Haus an

Schritt für Schritt: So legen Sie eine Drainage rund ums Haus an

Feuchtigkeit im Keller, nasse Wände oder Pfützen direkt am Hausfundament – all das sind Anzeichen dafür, dass das Wasser rund ums Gebäude nicht richtig abfließt. Eine fachgerecht angelegte Drainage kann hier Abhilfe schaffen. Sie leitet überschüssiges Wasser vom Haus weg und schützt so die Bausubstanz vor Feuchtigkeitsschäden. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie eine Drainage angelegt wird – oder worauf Sie achten sollten, wenn Sie die Arbeiten einem Fachbetrieb überlassen.
Wann ist eine Drainage sinnvoll?
Nicht jedes Haus braucht automatisch eine Drainage. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn:
- die Kellerwände dauerhaft feucht sind oder muffig riechen,
- sich nach Regenfällen Wasser am Haus sammelt,
- das Gebäude in einem Gebiet mit hohem Grundwasserstand steht,
- es sich um ein älteres Haus ohne moderne Abdichtung handelt.
Bevor Sie loslegen, sollten Sie prüfen (lassen), ob eine Drainage wirklich notwendig ist. Manchmal reicht es schon, Dachrinnen, Fallrohre oder die Geländeneigung zu verbessern, um das Wasser vom Haus fernzuhalten. Eine Beratung durch einen Bauingenieur oder eine Fachfirma kann hier Klarheit schaffen.
Planung und Genehmigungen
Eine Drainage erfordert sorgfältige Planung. Sie müssen wissen, wie der Boden beschaffen ist, wie tief das Fundament reicht und wohin das Wasser abgeleitet werden soll. In vielen Gemeinden ist eine Genehmigung erforderlich, insbesondere wenn das Drainagewasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden soll. Erkundigen Sie sich daher vorab beim zuständigen Bauamt oder Wasserwirtschaftsamt.
Erstellen Sie einen Plan, der den Verlauf der Drainage und den Ablaufpunkt zeigt – etwa zu einer Versickerungsanlage (Rigole), einer Pumpenschachtanlage oder einem Regenwasserkanal. Wichtig ist ein gleichmäßiges Gefälle von etwa 1 cm pro Meter, damit das Wasser zuverlässig abfließen kann.
Schritt 1: Aushub der Drainagerinne
Zuerst wird rund um das Haus ein Graben ausgehoben – in der Regel 60 – 80 cm tief und 30 – 40 cm breit. Die Unterkante des Grabens sollte unterhalb der Kellerbodenhöhe liegen, aber das Fundament darf keinesfalls untergraben werden.
Bei schweren Böden oder größeren Flächen lohnt es sich, einen Minibagger zu mieten. Achten Sie darauf, die Grabenwände zu sichern, damit sie nicht einstürzen.
Schritt 2: Vorbereitung von Fundament und Grabenboden
Reinigen Sie die freigelegte Kellerwand gründlich von Erde und Ablagerungen. Risse oder Beschädigungen im Mauerwerk sollten vor der weiteren Arbeit ausgebessert werden. Anschließend wird eine Abdichtung aufgetragen – meist eine bitumenbasierte Dickbeschichtung oder eine spezielle Dichtbahn. Diese schützt die Wand dauerhaft vor Feuchtigkeit.
Am Boden des Grabens wird eine etwa 10 cm dicke Schicht aus grobem Kies oder Splitt eingebracht. Sie sorgt für eine gute Wasserführung und Stabilität.
Schritt 3: Verlegen der Drainagerohre
Das Drainagerohr ist das Herzstück des Systems. Es handelt sich um ein gelochtes Kunststoffrohr (meist PVC oder PE), das das Wasser aufnimmt und ableitet. Das Rohr wird auf dem Kiesbett verlegt – mit den Öffnungen nach unten – und mit einem gleichmäßigen Gefälle in Richtung Ablauf geführt.
Anschließend wird das Rohr mit weiterem Kies (10 – 15 cm) bedeckt. Um zu verhindern, dass feine Erde in das Rohrsystem eindringt und es verstopft, wird über dem Kies eine Filtervliesbahn (Geotextil) ausgelegt.
Schritt 4: Anschluss und Wasserableitung
Das Drainagerohr muss an eine geeignete Stelle angeschlossen werden, an der das Wasser sicher abfließen kann – etwa an eine Versickerungsanlage, eine Pumpenschachtanlage oder ein Regenwasserkanal. Die Ableitung muss den örtlichen Vorschriften entsprechen. In vielen Fällen ist der Anschluss an die Kanalisation nur mit Genehmigung erlaubt.
Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie den Anschluss von einem zugelassenen Fachbetrieb oder einem Tiefbauer ausführen. So vermeiden Sie spätere Probleme mit Rückstau oder Überflutung.
Schritt 5: Verfüllen und Abschlussarbeiten
Nachdem das Rohrsystem verlegt und mit Kies und Vlies abgedeckt ist, kann der Graben wieder mit dem Aushubmaterial verfüllt werden. Das obere Drittel sollte aus durchlässigem Material wie Sand oder Mutterboden bestehen, damit Regenwasser gut versickern kann.
Achten Sie darauf, dass das Gelände rund ums Haus leicht vom Gebäude weg geneigt ist – etwa 2 % Gefälle –, damit Oberflächenwasser nicht zum Fundament läuft.
Wartung und Kontrolle
Eine korrekt angelegte Drainage ist weitgehend wartungsfrei, sollte aber regelmäßig überprüft werden. Kontrollieren Sie die Revisionsschächte oder den Ablauf nach starken Regenfällen. Wenn sich Wasser staut oder der Abfluss verstopft ist, kann eine Spülung der Rohre durch eine Fachfirma Abhilfe schaffen.
Wann sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden?
Das Anlegen einer Drainage erfordert technisches Wissen über Bodenverhältnisse, Gefälle und Abdichtung. Fehler bei der Planung oder Ausführung können zu erheblichen Feuchtigkeitsschäden führen. Daher ist es ratsam, zumindest die Planung und den Anschluss an das Entwässerungssystem von einem Fachmann prüfen zu lassen.
Eine fachgerecht ausgeführte Drainage schützt Ihr Haus langfristig vor Feuchtigkeit, sorgt für ein gesundes Raumklima im Keller – und gibt Ihnen Sicherheit, auch bei starkem Regen.










